Trendige Taschen sorgen für Sommerlaune
„Hast Du neulich im Karstadt die helle Badetasche von George Gina & Lucy gesehen? Die hat mir total gut gefallen!“ sagt eine junge Frau im Eiscafé neben mir zu ihrer Freundin. „So eine bräuchte ich, wenn ich am Wochenende mit meinen Freunden zum Kitesurfen fahre.“, setzt sie ihre begeisterte Rede fort. Große Sonnenbrille, lackierte Fingernägel und einen Café Latte: Eigentlich nicht so der Typ für Trendsportarten, würde ich sagen. Dachte, das wäre eher so eine Schnäppchenjägerin, die einen Neckermann Gutschein nötig hat, um neue Klamotten zu kaufen.
Sie berichtet völlig begeistert weiter über die Badetasche: „Die Tasche sieht einfach super aus. Und sie ist riesig, genau richtig, wenn man an den Strand will. Da passt von der Sonnencreme bis zum Badehandtuch einfach alles rein!“. Was sie denn damit wolle, fragt ihre nicht ganz so begeistert wirkende Freundin. „Die Tasche ist viel zu groß für dich, da nimmst du nur wieder deinen halben Kleiderschrank mit zum Surfen. Und den brauchst du da nun wirklich nicht!“
Stimmt, denke ich mir, was will sie denn auch mit dem ganzen Kram? Kitesurfen ist auch meine heimliche Leidenschaft, und ich schleppe lieber meine Surfausrüstung mit mir herum, als eine vollgestopfte Badetasche mit Cremes und Handtüchern. Vielleicht war mein erster Eindruck richtig und sie ist doch eine Schnäppchenjägerin. Ich muss grinsen, als ich sie mir – dick mit Sonnencreme eingeschmiert und mit einer voll beladenen Strandtasche über der Schulter – auf einem Kiteboard vorstelle und trinke erst einmal in Ruhe meinen Cappuccino.
Die junge Frau kommt aus ihrem Redeschwall gar nicht mehr heraus. Völlig verzückt berichtet sie immer weiter von der ersehnten Tasche. Bei ihrer Freundin erntet sie nur genervte Blicke dafür, mich allerdings hat sie schon fast von der Tasche überzeugt, obwohl ich bei meinem gerade unterbrochenen Stadtbummel Karstadt noch gar nicht erreicht habe. Als der Taschenfreak mit einer ausholenden Geste auch noch den Eisbecher ihrer Freundin vom Tisch fegt, als sie ihr die Größe der Badetasche vorführen wollte, kann ich gerade noch einen Lachanfall unterdrücken. Das Taschenfieber hat mich wohl auch erwischt, denke ich grinsend, gehe Richtung Tresen, um meinen Cappuccino zu bezahlen und mache ich auf den Weg in die Taschenabteilung.























